Re: VW T3 Hohlraumversiegelung
(Date: Thu, 23 Oct 2003 14:38:17 +0200 )
Newsgruppe: de.etc.fahrzeug.auto

"Martin Möller" < > schrieb im Newsbeitrag
news:bn8gai$th0m7$1@ID-116117.news.uni-berlin.de...
> Mein Vater sprach glaub ich immer von 13 l. Beeindruckt war er aber v.a.
vom
> Ölverbrauch,
> was vielleicht ein individuelles Problem des guten Stücks war. Und ab
Tempo
> hundert
> fing er sich deutlich zu schütteln an... (jaja, die suboptimale
Aerodynamik)
> Nach dem vorhergehenden Käfer war diese Luxuslimousine natürlich ein
> Klassenaufstieg...
Bei 13l/100km kann natürlich sowohl eine falsche Einstellung als auch ein
"rustikaler" Fahrstil die Ursache sein, unrealistisch ist das nicht, der
Ölverbrauch rührt wie bei den meisten Autos von verschlissenen
Ventilschaftdichtungen her, dessen Austausch mit Ausnahme des Auslaßventils
des 4. Zylinders (Federbeindom im Weg) eingentlich kein Problem ist, die
Teile sind noch heute problemlos zu bekommen. Das Schütteln dürfte aber ein
technischer Fehler (inneres Gleichlaufgelenk?) gewesen sein, nicht aber das
"kernige" Motorgeräusch bei dieser Drehzahl. Klar war der Wagen ein Aufstieg
gegenüber dem Käfer war, wie heute etwa von einem Golfs zum Audi A6.
> Ich selbst habe mal auf der letzten
> Classic-Motor-Show hier
> in Bremen versucht, wenigstens mal ein K70-Modellauto zu erstehen (ein
> richtiger K70 war dort
> natürlich nicht...). War aber ein Wucherpreis für so'n zweitklassiges
> HO-Modell, hmpf!
Diese Veranstaltung liegt wollten wir eigenlich im kommenden Jahr
beschicken, allerdings ist mein K70 gerade in Arbeit, spricht einige
Arbeiten, damit er dann im Frühjahr das "H-Kennzeichen" bekommen kann.
Modelle bekommt man zu halbwegs moderaten Preisen bei Ebay, solange es nicht
gerade das 1:43 Cursor Modell sein soll, aber 1:87 von Wiking oder die 1:60
(?) von Majorette sind eigentlich erschwinglich. Mehr K70 gibt übrigens auf
unserer Clubseite http://www.K70-Club.de .
Die meisten K70 hat
> > übrigens ein Clubmitglied aus Luxemburg mit eigenem Parkhaus, er hat
sich
> > zum Ziel gesetzt aus jedem Baujahr einen in jeder erhältlichen Farbe zu
> > besitzen, der letzte mit bekannte Stand war ein Bestand von nicht
weniger
> > als 47 (!) K70. Es gibt zwei K70 Clubs mit zusammen über 250
Mitgliedern,
> > wenn man bedenkt, daß die meisten mindestens zwei K70 besitzen (aber
nicht
> > alle sind immer fahrbereit), so sind das noch etwa 500 K70 von ehemals
> > 210.082 gebauten Exemplaren, die noch bei den Clubmitgliedern
existieren,
> > mehr als 1.000 dürften es aber weltweit kaum noch sein.
> Finde ich ja schrill, aber sympathisch :-)
> Ich dachte immer, der K70 stände als Oldtimer deutlich im Schatten des
RO80,
> der ja wohl ungefähr zeitgleich (oder etwas später?) auf dem Markt war und
> in
> Sachen Design und Wankelmotortechnik
> Zeichen setzte. Aber ich bin kein Experte...
Doch, das ist schon richtig so, der Ro 80 kam um 1967 auf den Markt, war
echte Oberklasse, der K70 sollte 1969 als NSU-Mittelklassemodell auf den
Markt kommen, als VW dann NSU übernahm und zu Audi-NSU verschmolz, wußte
Audi mit dem fertig entwickelten Auto nichts anzufangen, hatte man doch in
der gleichen Fahrzeugklasse doch gerade den Audi 100 auf den Markt gebracht,
so daß der K70 von VW noch weiterentwickelt und in dem eigens in Salzgitter
errichteten Werk gebaut wurde, von Herbst 1970 bis Frühjahr 1975, der Ro 80
wurde AFAIR bis 1977 gebaut. Der Designer der beiden Auto, Claus Luthe ging
von NSU dann zu BMW.
> Übrigens habe ich einige meiner letzten bewusst wahrgenommenen K70 im
> nordischen Ausland gesehen.
> Vor einigen Jahren ausgerechnet im nordnorwegischen Tromsö und vor zwei
> Jahren noch
> in Finnland (Turku) (Dort oben rosten die Dinger wahrscheinlich
langsamer).
> In Finnland gibt es übrigens sogar noch so einige olle Borgwards, die mich
> als (naja, nur zugezogenen) Bremer ja eigentlich mehr interessieren
> sollten...
In der Gegen von Bremen gibt es auch noch K70, in den nordischen Ländern
auch nicht wenige, vermutlich hat der Umstand, daß bei Frost die Korrosion
nicht so heftig ist, wie bei deutschem Schneematschwetter dort eingen K70
ein längeres Leben beschert, Salz wird dort auch weniger gestreut, kaum
einer rutscht dort auf Sommerreifen herum, fast alle haben Ketten dabei, das
sind eben Winterprofis. Das Borgward damals von der Politik so schändliche
in Stich gelassen wurde, ist schon ein Jammer, von denen war ja noch viel zu
erwarten.
Hans-Ulrich Neumann
1973er VW K70 L, 1,6 l, 75 PS
1987er Audi 80 (Typ89, B3), 1,8 l, 75 PS
Hans-Ulrich.Neumann(at)t-online.de